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Symbolbild: folierte Kartons auf Paletten in einer Lagerhalle

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Schuhe als Restposten: Größenreihen, Paarprüfung und Kartonierung richtig sortieren

Wie Sie Größenverteilung, Paarprüfung und Kartonierung eines Schuhpostens ordnen, damit Käufer den Bestand schnell einschätzen und kalkulieren können.

8 Min. Lesezeit · Stand 1. November 2026

Ein Schuhposten wird nach seiner Größenreihe beurteilt, lange bevor der Käufer das erste Paar in der Hand hält. Wer Schuhe als Restposten verkaufen möchte, sollte deshalb Verteilung, Paarigkeit und Verpackung vorab ordnen. Der Artikel richtet sich an Schuhhändler, Hersteller und Lagerverantwortliche, die einen Bestand verwerten wollen. Er erklärt, wie Sie die Größenverteilung lesen, Paare prüfen, Kartons beschriften und Saisonware einordnen. Außerdem zeigt er, welche Materialkennzeichnung Schuhe in der EU tragen und an welchen Stellen Retouren die Einstufung verändern. Die Hinweise gelten für Neuware ebenso wie für Retouren und Auslaufmodelle und lassen sich in jedem Lager ohne besondere Technik umsetzen.

Kurz erklärt

  • Käufer beurteilen einen Schuhposten nach der Größenverteilung. Eine geschlossene Reihe verkauft sich leichter als eine, in der gängige Größen fehlen.
  • Ein Paar zählt nur, wenn beide Schuhe in Modell, Farbe, Größe und Zustand übereinstimmen.
  • Beschriftete Kartons mit Modell, Farbe, Größe und Stückzahl sparen dem Käufer Prüfzeit.
  • Schuhe tragen eine Materialkennzeichnung für Obermaterial, Futter und Laufsohle. Fehlt sie, ist der Posten eingeschränkt verwertbar.
  • Saisonware verliert mit dem Modellwechsel Spielraum. Entscheiden Sie früh.

Größenverteilung lesen und darstellen

Die Größenverteilung zeigt, wie viele Paare je Größe vorhanden sind, und sie bestimmt maßgeblich, wie schwer sich ein Posten weiterverkaufen lässt. Käufer im Handel müssen einen Posten Paar für Paar an ihre Kunden bringen. Gängige Größen verkaufen sich in der Regel zuerst. Was übrig bleibt, besteht oft aus Randgrößen am unteren oder oberen Ende der Reihe.

Gängige Größen und Randgrößen

Ein Posten mit vielen Paaren in der Mitte der Reihe ist für den Käufer berechenbarer als einer, der überwiegend aus Randgrößen besteht. Das heißt nicht, dass Randgrößen unverkäuflich sind. Sie sind aber schwerer abzusetzen und werden im Angebot entsprechend berücksichtigt. Verschweigen Sie sie nicht, sondern machen Sie die Verteilung sichtbar.

Bereich der Reihe Rolle beim Weiterverkauf Hinweis für die Liste
Untere Randgrößen Meist schwerer absetzbar, weil weniger Kunden sie tragen Eigene Spalte, Stückzahl offen nennen
Mittlere Größen Gängig, gehen in der Regel zuerst weg Vollständig und genau zählen
Obere Randgrößen Wie untere Randgrößen, teils gezielt gefragt Eigene Spalte, Stückzahl offen nennen
Halbe Größen und Weiten Erhöhen den Aufwand, aber auch die Passform Getrennt führen, nicht zusammenfassen

Käufer rechnen den Posten in Gedanken durch. Sie fragen, welche Größen sie schnell weitergeben können, welche liegen bleiben und wie viel Kapital der Rest bindet. Je klarer die Verteilung dokumentiert ist, desto weniger Sicherheitsabschlag müssen sie einplanen. Bei einer vagen Angabe wie „gemischte Größen“ kalkulieren Käufer vorsichtig. Eine genaue Matrix verschafft Ihnen dagegen einen verlässlicheren Gesprächsrahmen.

Eine Größenmatrix führen

Legen Sie eine Matrix an: Modell und Farbe stehen in den Zeilen, die Größen in den Spalten, die Stückzahl in den Feldern. Tragen Sie auch Nullwerte ein, damit der Käufer sofort die Lücken sieht. Verwenden Sie ein einheitliches Größensystem und nennen Sie es ausdrücklich. Mischen Sie nie europäische, britische und amerikanische Größen in einer Liste. Der Beitrag Bestandsliste erstellen zeigt den allgemeinen Aufbau, den Sie für Schuhe um die Größenspalten erweitern.

Paarprüfung vor dem Verpacken

Prüfen Sie jedes Paar auf Paarigkeit, bevor Sie es verpacken. Beide Schuhe müssen in Modell, Farbe, Größe und Zustand übereinstimmen. Diese Prüfung kostet Zeit, verhindert aber, dass der Käufer später Einzelschuhe entdeckt und den ganzen Posten neu bewertet.

Prüfschritte

  1. Nehmen Sie beide Schuhe aus dem Karton und stellen Sie sie nebeneinander.
  2. Vergleichen Sie Modellnummer und Größe auf dem Innenetikett beider Schuhe.
  3. Prüfen Sie Farbe und Material bei Tageslicht. Kleine Farbabweichungen zwischen Chargen fallen erst so auf.
  4. Achten Sie darauf, dass ein linker und ein rechter Schuh vorliegen.
  5. Kontrollieren Sie Sohle, Verschlüsse, Schnürsenkel und Nähte.
  6. Legen Sie Zubehör bei, etwa Einlegesohlen, Ersatzschnürsenkel und Pflegehinweise.
  7. Verpacken Sie das Paar mit Füllpapier, damit die Form erhalten bleibt.

Typische Befunde bei der Paarprüfung

Befund Einordnung Umgang
Beide Schuhe identisch, unversehrt Vollständiges Paar In den Bestand aufnehmen
Farbabweichung zwischen den Schuhen Möglicherweise gemischte Chargen Getrennt führen und fotografieren
Verschiedene Größen in einem Karton Falsch kartoniert Neu zuordnen, Liste korrigieren
Ein Schuh fehlt Einzelschuh Getrennt führen
Schnürsenkel oder Einlegesohle fehlen Zubehör unvollständig Im Zustand vermerken

Einzelschuhe ohne Partner führen Sie getrennt. Sie zählen nicht als Paar und gehören nicht in Kartons mit vollständigen Paaren. Geben Sie Modell, Farbe, Größe und die Seite an, falls ein Partner später aus anderer Quelle ergänzt werden kann.

Kartonierung und Palettierung

Der Originalkarton mit lesbarem Etikett ist die beste Verkaufseinheit, weil Modell, Farbe, Größe und Strichcode darauf stehen. Fehlt der Karton oder ist er stark beschädigt, muss der Käufer jedes Paar einzeln zuordnen. Das verursacht Aufwand und mindert den Wert. Gedrückte Kartons lassen sich oft nicht mehr stapeln.

Neben dem Einzelkarton gibt es den Umkarton, der mehrere Schuhkartons bündelt. Er erleichtert den Transport, verdeckt aber den Inhalt. Beschriften Sie ihn daher mit denselben Angaben wie den Einzelkarton und notieren Sie die Zahl der enthaltenen Paare. Packen Sie Umkartons nicht voll mit unterschiedlichen Modellen, wenn Sie die Größenverteilung später nachweisen wollen.

Beschriftung

Beschriften Sie Sammelkartons außen mit Modell, Farbe, Größenbereich und Stückzahl. Kleben Sie die Beschriftung an die Schmalseite, damit sie bei gestapelter Palette lesbar bleibt. Führen Sie jeden Karton in der Liste mit einer laufenden Nummer. Stimmen Karton und Liste überein, kann der Käufer stichprobenartig prüfen, statt jeden Karton zu öffnen.

Palette

Stapeln Sie Schuhkartons nur so hoch, dass die unteren Lagen nicht gedrückt werden. Schlagen Sie die Kartons nicht über die Palettenkante und sichern Sie die Ladung mit Folie. Kennzeichnen Sie die Palette mit Inhalt und laufender Nummer. Praktische Hinweise bietet der Beitrag Palette richtig verpacken und sichern.

Materialkennzeichnung und Etiketten

Schuhe tragen in der EU eine Angabe über die Materialien von drei Bauteilen: Obermaterial, Futter mit Decksohle und Laufsohle. Grundlage ist die Richtlinie 94/11/EG, die in Deutschland über die Bedarfsgegenständeverordnung umgesetzt ist. Die Angabe erfolgt wahlweise als Piktogramm oder als Text.

Angegeben wird das Material, das den weit überwiegenden Teil des jeweiligen Bauteils ausmacht. Gibt es kein solches Material, nennt die Kennzeichnung die beiden Hauptmaterialien. Sie muss an mindestens einem Schuh jedes Paares angebracht sein, zum Beispiel aufgedruckt, aufgeklebt oder als Anhänger. Ausgenommen sind unter anderem Sicherheitsschuhe und Spielzeugschuhe. Für Spielzeug gelten eigene Regeln, die der Beitrag zu Spielwaren und ihren Sicherheitsnachweisen erklärt.

Entfernen Sie diese Kennzeichnung nicht und überkleben Sie sie nicht. Auch die Größenangabe im Schuh bleibt lesbar. Ein Posten, bei dem Kennzeichnung oder Größenangabe fehlen, verlangt vom Käufer zusätzliche Arbeit und wird entsprechend zurückhaltend bewertet.

Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Ob eine Kennzeichnung im Einzelfall ausreicht, klären ein Rechtsanwalt oder die zuständige Behörde. Praktisch gilt: Prüfen Sie bei einer Stichprobe, ob die Angabe vorhanden und lesbar ist, und notieren Sie das Ergebnis.

Saisonware und Modellwechsel

Schuhe sind nur teilweise Saisonware. Sandalen, Stiefel und Wetterschuhe folgen der Jahreszeit, Sneaker und klassische Modelle eher dem Modellwechsel. In beiden Fällen sinkt der Spielraum, sobald die Ware nicht mehr zum aktuellen Sortiment gehört. Je früher Sie entscheiden, desto mehr Wege bleiben offen.

Planen Sie den Verkauf deshalb im Verlauf der Saison, nicht erst danach. Legen Sie fest, welche Modelle Sie bis zu einem bestimmten Stichtag im eigenen Kanal abverkaufen und welche danach in den Verkauf an gewerbliche Wiederverkäufer gehen. Ein solcher Stichtag macht die Entscheidung unabhängig von Stimmungen im Tagesgeschäft. Den Aufbau eines Kalenders zeigt der Beitrag Abverkaufskalender planen. Wie das für Kleidung aussieht, beschreibt der Beitrag zu Textilien am Saisonende, ein Fall aus der Praxis steht im Beispiel Schuh-Saisonende. Für Schuhe gilt außerdem das EU-Vernichtungsverbot für unverkaufte Kleidung und Schuhe, das für große Unternehmen seit dem 19. Juli 2026 gilt. Einzelheiten behandelt der Beitrag zum Vernichtungsverbot.

Retouren und B-Ware bei Schuhen

Retourenschuhe dürfen Sie nur als neuwertig beschreiben, wenn sie nachweislich ungetragen sind. Typische Spuren sind Abrieb an der Sohle, Fußabdrücke im Innenschuh, Gerüche, Staub und Faltenbildung. Prüfen Sie auch Kleberspuren und verfärbtes Futter. Beschädigte Verpackungen mindern die Einstufung zusätzlich.

Ordnen Sie Retouren einer Zustandsklasse zu und trennen Sie sie von Neuware. Die Klassen erklärt der Beitrag Zustandsklassen von neu bis defekt. Bei Kinderschuhen kommt die Hygiene hinzu, auf die der Beitrag Babyartikel verkaufen eingeht. Nennen Sie in jedem Fall den Zustand ehrlich. Eine zu optimistische Einstufung führt später zu Preisabschlägen.

Eine Reinigung der Oberflächen ist möglich, verändert aber nichts daran, dass ein Schuh getragen wurde. Halten Sie schriftlich fest, was Sie gereinigt oder ausgebessert haben. Die Unterschiede zwischen den Qualitätsstufen fasst der Ratgeber A-, B- und C-Ware zusammen. Fehlen Zubehör oder Karton, beschreiben Sie das als eigenen Mangel.

Typische Fehler und Gegenmaßnahmen

Fehler Folge Gegenmaßnahme
Einzelschuhe im Paarbestand Stückzahl stimmt nicht Einzelschuhe getrennt führen
Kartons ohne Etikett Käufer muss jeden Karton öffnen Beschriften und in der Liste nummerieren
Größensysteme gemischt Verwechslungen bei der Zuordnung Ein System wählen und nennen
Gedrückte Kartons auf der Palette Wertminderung, Stapelprobleme Höhe begrenzen, Kanten sichern
Nur Außenfotos Mängel bleiben unentdeckt Sohle, Innenseite und Etikett fotografieren

Fotos ergänzen die Liste. Zeigen Sie je Modell ein Paar von der Seite, die Sohle, das Innenetikett und den Karton mit Beschriftung. Mängel fotografieren Sie einzeln. Auf diese Weise kann der Käufer vieles ohne Besichtigung beurteilen.

Die Anfrage zu einem Schuhposten gelingt am besten, wenn Größenmatrix, Fotos und Zustandsangabe zusammenkommen. Das allgemeine Angebot für Sortimente beschreibt die Seite Textilien und Schuhe ankaufen, für gemischte Posten die Seite Restposten ankaufen.

Fazit

Ein Schuhposten lässt sich gut bewerten, wenn Größenverteilung, Paarigkeit und Kartonierung nachvollziehbar sind. Zählen Sie genau, prüfen Sie jedes Paar, beschriften Sie die Kartons und nennen Sie den Zustand ehrlich. Wer seine Reihen offen zeigt, auch mit Lücken, ermöglicht dem Käufer eine saubere Kalkulation. Die Bewertung ist unverbindlich; der Preis wird schriftlich festgehalten. Verkäufer können ihren Bestand über Bestand anbieten unverbindlich beschreiben.

Häufige Fragen

  • Eine Größenreihe umfasst alle Größen, in denen ein Modell hergestellt wurde, vom kleinsten bis zum größten Schuh. Vollständig ist sie, wenn keine gängige Größe fehlt. Käufer akzeptieren auch gebrochene Reihen, wenn eine Größenmatrix die Verteilung zeigt. Nennen Sie fehlende Größen ausdrücklich, damit die Kalkulation stimmt.

  • Nein, sie zählen nicht als Paar. Führen Sie Einzelschuhe getrennt und geben Sie Modell, Farbe, Größe und die Seite an. Mischen Sie sie nicht in Kartons mit vollständigen Paaren, denn sonst stimmen Stückzahl und Liste nicht mehr überein. Für Käufer sind sie meist nur als Rest ohne Einzelwert interessant.

  • In der Regel ja. Nach der EU-Richtlinie 94/11/EG, in Deutschland über die Bedarfsgegenständeverordnung umgesetzt, informiert eine Kennzeichnung über Obermaterial, Futter mit Decksohle und Laufsohle, als Piktogramm oder Text. Sie steht an mindestens einem Schuh jedes Paares. Sicherheitsschuhe und Spielzeugschuhe sind ausgenommen. Ob eine Kennzeichnung im Einzelfall ausreicht, klärt ein Rechtsanwalt.

  • Jeder Karton zeigt Modell, Farbe, Größe und, wenn vorhanden, Artikelnummer oder EAN. Originaletiketten bleiben lesbar. Bei Sammelkartons notieren Sie Inhalt und Stückzahl außen und führen den Karton in der Liste. So muss der Käufer nicht jeden Karton öffnen, um den Posten zu prüfen.

  • Sobald absehbar ist, dass sie im eigenen Kanal nicht mehr sinnvoll abverkauft werden. Sandalen und Stiefel verlieren mit der Jahreszeit Spielraum, Sneaker mit dem Modellwechsel. Ein früher Verkauf lässt mehr Wege offen, vom Direktankauf bis zur Kommission, und gibt Zeit für Sortierung und Fotos.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information für Unternehmen. Er ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Bei Einzelfragen helfen Rechtsanwalt oder Steuerberater.

Symbolbild: Gabelstapler im Lager

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